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Aktuell:


Rückruf -> in PDF-Format
Zu unserem großen Bedauern mussten wir feststellen, dass das Buch
„Das geheime Fotoalbum der Tante Ilona“


 

 

 

 

so schlecht gebunden ist, dass bereits nach wenigen Malen umblättern, sich die Seiten lösen und sogar einzelne Blätter ganz herausfallen.
Daher bitten wir alle, die dieses Buch bereits vor dem 1. Oktober erworben – oder geschenkt bekommen haben, uns mit einer Email zu benachrichtigen.
Wir haben bereits einen Neudruck mit einwandfreier Bindung – weiterer Ersatz wird in Kürze da sein. Die Bücher tauschen wir selbstverständlich um.
Wir bitten vielmals um Entschuldigung – es ist nicht unsere Schuld – hätte aber nicht passieren dürfen.
Bitte bleiben Sie uns gewogen – und weiterhin neugierig – und interessiert an unseren Aktivitäten.
Ihre Bibliothek „Ungarische Literatur in deutscher Sprache“ e.V.
ungarnliteratur-deutsch@web.de


Artikel aus der Südwest Presse / Ulm
Ausstellung zum ungarischen Aufstand 1956 (Artikel in PDF-Format)
Der 23. Oktober ist Nationalfeiertag in Ungarn, der Jahrestag  des Volksaufstandes 1956. An den erinnert eine Ausstellung im Zentralmuseum.
HELMUT PUSCH | 24.09.2016

Foto: DZM

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Foto aus Tante Ilonas geheimen Fotoalbum zeigt den zerstörten ungarischen Rundfunk.
An diesem Tag hielt die Welt den Atem an: Der 23. Oktober 1956 begann mit einer friedlichen Großdemonstration der Studenten der Universitäten in Budapest, die demokratische Veränderungen forderten. Die Regierung ließ am Abend in die  Menge schießen, daraufhin brach der bewaffnete Kampf aus. Binnen weniger Tage wurde die Einpartei-Diktatur durch eine Regierung unter der Leitung von Imre Nagy abgelöst. Ungarn trat aus dem Warschauer Pakt aus und forderte die Sowjetarmee auf, das Land zu verlassen: Am 4. November marschierte die Rote Armee ein. Der kurze Traum der Freiheit war vorbei.
Wie schlugen sich diese Tage literarisch nieder? Welche Zeugnisse gibt es davon. Erstaunlich viele Bücher widmen sich dieses Themas auf Deutsch. Deutsche Bücher über Ungarn? Ein Fall für die Ehinger Bibliothek Ungarischer Literatur in deutscher Sprache von Gudrun und Wolf Brzoska. Sie haben im Kabinett des Donauschwäbischen Zentralmuseums eine feine und kenntnisreiche Ausstellung mit rund 50 Büchern zum Volksaufstand zusammengestellt – Romanen, Reportagen, Essays. Alle Bücher und Autoren werden in kurzen Texten vorgestellt.
Zentrales Stück der Ausstellung ist aber ein Fotoalbum mit 65 Aufnahmen, die während des Aufstandes entstanden. Fotografiert hat sie „Tante Ilona“. Den richtigen Namen der Frau kennt man nicht. Sie hat das Album, das sie jahrzehntelang versteckt gehalten hatte, 2004, kurz vor ihrem Tod, der Pflegerin übergeben – unter der Auflage, niemals ihren wirklichen Namen zu nennen. Was man weiß: Sie war eine Arbeiterin aus einem Außenbezirk Budapests, die während des Aufstands, den „fröhlichsten Tagen“ ihres Lebens, immer wieder ins kilometerweit entfernte Zentrum ging (die Straßenbahnen fuhren nicht mehr), um die Aufnahmen zu machen. Sie zeigen Zerstörungen, Tote, aber auch Menschen, die in der Stadt die Symbole des Kommunismus beseitigten.
Daraus haben die Brzoskas ihr Buch „Das geheime Fotoalbum der Tante Ilona“ gemacht, das den historischen Aufnahmen Fotos aus der Gegenwart gegenüberstellt und Textbeiträge zum Aufstand und dessen Hintergründe enthält – auf Deutsch und Ungarisch.
Info: Die Ausstellung „Budapest 1956“ ist bis 6. November im Kabinett des Donauschwäbischen Zentralmuseums zu sehen: Di-So 11-17 Uhr.
Das Buch „Das geheime Fotoalbum der Tante Ilona“ ist im Museum erhältlich (27 Euro).


Artikel aus dem Ehinger Tagblatt / Südwest Presse / Ehingen/Ulm:
Zeitgeschichte in Bildern von Tante Ilona (Artikel in PDF-Format):
60 Jahre nach dem Scheitern der ungarischen Revolution gibt Gudrun Brzoska aus Ehingen mit einem Buch ungewöhnliche Einsichten in einst und jetzt.
ANDREAS HACKER | 22.09.2016

Fotos: Archiv Varga-Nagy/Gudrun Brzoska Getroffener Panzer vor der Corvin Gasse am 27. Oktober 1956 und der József Ring 60 Jahre später.

Fotos: Archiv Varga-Nagy/Gudrun Brzoska Am 26. Oktober 1956 war in Budapest die sowjetische Buchhandlung „Horizont“ verwüstet worden; heute sieht das Geschäft in der Kossuth-Lajos-Straße so aus.

Wenn heute Abend im Donauschwäbischen Zentralmuseum in Ulm die Ausstellung „Budapest 1956 – Der Ungarn-Aufstand in der Literatur“ eröffnet wird, ist dies verbunden mit der Präsentation eines Buches, das auf Initiative von Gudrun Brzoska aus Ehingen jetzt im Federsee-Verlag Bad Buchau erschienen ist. „Das geheime Fotoalbum der Tante Ilona“ bringt, passend zum nahen Jahrestag des Aufstands gegen die sowjetische Fremdherrschaft am 23. Oktober 1956, zum einen lange Zeit versteckt gehaltene Bilder der Gewalt in Budapest und stellt zum andern den Aufnahmen von 1956 Fotos aus dem heutigen Budapest gegenüber.
Es war Zufall, schreibt Gudrun Brzoska über das Entstehen dieses Buches, dass sie an ein Fotoalbum von 1956 kam, das mehr als 40 Jahre lang versteckt geblieben war: Bei einem ihrer länderübergreifenden Projekte zu Zeitzeugen der Revolution mit Studenten der Universität in Budapest hat die Studentin Zsuzsanna Klára Nagy das Fotoalbum mitgebracht. Es war von einer Frau, die immer nur als „Tante Ilona“ bezeichnet wird, kurz vor deren Tod 2004 an ihre Pflegerin übergeben worden und so in den Besitz der Familie von Zsuzsanna Klára Nagy gekommen.  Für die im Alter von 71 Jahren Verstorbene waren diese Aufnahmen wichtige und lebendige Erinnerungen „vor allem an die frische Luft der Freiheit“, wie Nagy in dem Buch mit Hinweis darauf schreibt, was die Pflegerin festgehalten hat.
Schon damals erregte das Album bei Gudrun Brzoska großes Interesse: „Irgendetwas müsste man damit machen, um diese mutige Arbeit und die teilweise bereits stark verblassten Fotos zu retten.“ Jahre später, beim Vorbereiten auf den 60. Jahrestag des Ungarn-Aufstands, kam dann die Idee auf, wie diese 65 Fotos ins Heute übertragen werden könnten: Mit Unterstützung privater Sponsoren wie Manfred Tries aus Ehingen oder dem ungarischen Honorarkonsul Rolf Kurz aus Fellbach und des Bunds ungarischer Organisationen in Deutschland sowie mit fachlicher Begleitung durch Dr. Zsolt Lengyel vom Ungarischen Institut der Universität Regensburg suchten Gudrun Brzoska und Zsuzsanna Klára Varga-Nagy die Orte von damals auf und Brzoska fotografierte sie so, wie sie heute aussehen.
Mit dem bewusst zweisprachig angelegten Buch will Brzoska „ein einmaliges, privates und geheimes Dokument“ der ungarischen Geschichte bekannt machen und 60 Jahre nach dem Aufstand Erkundungsgänge durch Budapest ermöglichen. Ergänzend dazu gibt es im Buch eine Zeittafel und eine historische Würdigung des Volksaufstands von 1956 durch Professor Zsolt Lengyel, der das Geschehen in die ungarische Freiheitstradition einordnet. Außerdem enthält das Buch den Bericht der Zeitzeugin Magdolna Bősze, die damals als 13-jähriges Mädchen auf abenteuerliche Weise nach Österreich geflüchtet war.
Das Fotoalbum ist heute Abend auch im Original zu sehen: Die 65 Bilder auf 23 Seiten sind Teil der Ausstellung, die Brzoska und Lengyel heute um 19 Uhr im Donauschwäbischen Zentralmuseum in Ulm eröffnen. Sie zeigt Bücher in deutscher Sprache, in denen seither die Ereignisse von 1956 literarisch verarbeitet worden sind.  Die Ausstellung dauert bis zum 6. November.
Info Gudrun Brzoska & Zsuzsanna Klára Varga-Nagy: Das geheime Fotoalbum der Tante Ilona. Budapest 1956 und 2016. 88 Seiten, Federsee-Verlag, Bad Buchau, 2016, 27 Euro.


Literaturausstellung im Donauschwäbischen Zentralmuseum (DZM) Ulm
Zu den beiden lesenswerten Artikeln in der Südwestpresse Ehingen und Ulm hier noch einige Fotos von der Eröffnung am 22. September 2016 (alle Fotos: Gudrun Brzoska, Ungarische Bibliothek Ehingen). -> in PDF-Format

Ein Blick in die Kabinettausstellung: Biografien und Zeitzeugen mit Autorenfries

Eine Original-Lochfahne von 1956 als Blickfang für die Ausstellung

Das Original-Fotoalbum der Tante Ilona

Einladung an das Publikum, alte und neue Fotos richtig einzuordnen

Vortrag von Prof. Zsolt K. Lengyel, Ungarisches Institut München/Universität Regensburg zum Thema: Der ungarische Volksaufstand 1956: „Der unterbrochene Sieg einer Unabhängigkeitsbewegung“


Wir gratulieren unserem Autor Akos Doma zur Nominierung für den Deutschen Buchpreis 2016 mit seinem neuen Roman “Der Weg der Wünsche”.
Darin erzählt er die Geschichte einer Familie im sozialistischen Ungarn, die die gefährliche Flucht nach Deutschland auf sich nimmt. Sie alle werden aus ihren Träumen gerissen, nicht nur, als sie sich in einem katastrophalen Auffanglager in Italien wiederfinden, auch die Vergangenheit und der lange Arme der kommunistischen Partei kommen ihnen bedrohlich nahe..
Akos Doma ist selbst mit seiner Familie 1971 aus Budapest über Italien und England in den Westen geflohen und schließlich in Deutschland gelandet.
In einem Interview sagt Doma zu seinem Buch: “Trotz des ungarischen Hintergrunds ist die Handlung universell, eine geradezu prototypische, mitteleuropäische Erfahrung des schändlichen 20. Jahrhunderts, mit Rückblenden ins letzte Kriegsjahr 45, in die Zeit des schlimmsten kommunistischen Terrors 51, in den Ungarnaufstand 56 und in die 70er-Jahre. Aber auch das Gegenteil ist da: Glück, Hoffnung, Aufbruch, erste Liebe und die große, schützende Macht, die in einer Familie stecken kann”.
Das Buch, erschienen im Rowohlt-Verlag, wird demnächst hier in einer Rezension vorgestellt.


Das geheime Fotoalbum der Tante Ilona.
Einmaliges Fotomaterial zu 1956.


Gudrun Brzoska von der “Ehinger Bibliothek- Ungarische Literatur in deutscher Sprache” – kam rein zufällig an ein Fotoalbum von 1956, das über 40 Jahre versteckt war. Eine damals junge Ungarin fotografierte völlig privat die Ereignisse in Budapest. Gemeinsam mit Frau Zsuzsanna Klára Varga-Nagy aus Budapest, der heutigen Besitzerin des Original-Albums, lokalisierten sie Orte und Straßen, die damals geknipst worden waren.
Die Fotos sind im Buch einander gegenüber gestellt, ferner mit qrcodes versehen.
Dazu kommen u.a. eine Zeittafel, eine historische Würdigung der Revolution (durch Prof. Lengyel, Regensburg) und der Bericht einer Zeitzeugin, die damals als 13-jähriges Mädchen auf abenteuerliche Weise nach Österreich flüchtete.
Alle Beiträge sind zweisprachig. Dieses einmalige Dokument ist als Album gedruckt, mit festem Deckel und gebunden. Es ist soeben erschienen.

Information:
Gudrun Brzoska & Zsuzsanna Klára Varga-Nagy
Das geheime Fotoalbum der Tante Ilona.
Budapest 1956 und 2016
Mit zweisprachigen Beiträgen
88 Seiten
fester Einband
ISBN: 978-3-925171-83-3
Federsee-Verlag, Bad Buchau, 2016

Preis 27 Euro.

Infos und Bestellungen bitte an die: Ehinger Bibliothek, Goethestraße 1,
D – 89584 Ehingen/Do. Tel. 0049-7391-6650.
Email: ungarnliteratur-deutsch@web.de


Hier finden Sie die elektronische Einladungskarte zur Literaturausstellung und Buchpräsentation: Budapest 1956 / Der Ungarn-Aufstand in der Literatur / 23. September – 6. November 2016


SWR Bestenliste
Platz 1 (-) 92 Punkte Péter Esterházy: Die Markus-Version

Als “Volksfeinde” wird eine Familie aus Budapest in ein nordungarisches Dorf umgesiedelt. Dort lebt sie zugleich im Reich der Kommunisten wie im Reich Gottes. Das politische Mangelregime zeigt sich in der Alltagsprosa, für die Anwesenheit Gottes dagegen sorgen die Erzählungen der Großmutter. Zwischen diesen beiden Textwelten spinnt der Sohn der Familie seine eigene Weltsicht aus: mit dem Markus-Evangelium im Hinterkopf und in Korrespondenz mit dem großen Selbsterkundungswerk von Péter Esterházy.
Inhalt:
“Wer es in der Literatur ein wenig wilder mag, kann mit Péter Esterházys Büchern wahre Abenteuer erleben.” Ursula März, Deutschlandfunk
Der Erzähler dieses Markus-Evangeliums à la Esterházy macht sich nichts aus Worten. Er lässt seine Familie – Vater, Mutter, Stiefbruder, zwei Großmütter – in dem Glauben, er sei taubstumm. Und doch ist er der Chronist ihrer Geschichte. Als Volksfeinde gebrandmarkt, leben sie nach der Aussiedlung zusammengepfercht in einem einzigen Raum, aber Nähe gibt es nicht in dieser Enge. Alle sind sie einsam, sogar Gott. Der kann noch nicht einmal beten, zu wem sollte er? Eine Familiengeschichte mit allem, was dazugehört, auf jeden Fall Mord und Totschlag. Geschieht dies alles, auf dass die Schrift erfüllet werde? Aber welche? Nach diesen hundert Seiten Esterházy-Evangelium ahnen wir: Gott kommt aus Ungarn. (Quelle: Hanser Berlin Verlag)
Zum Autor:
Péter Esterházy wurde 1950 in Budapest geboren, wo er auch heute lebt. Für Harmonia Cælestis (dt. 2001) erhielt er u. a. den Ungarischen Literaturpreis, 2004 wurde er mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Nach Esti (2013) erschien bei Hanser Berlin zuletzt Die Mantel-und-Degen-Version (2015).


Imre Kertész ist gestorben

Mit Trauer gibt der Rowohlt Verlag bekannt, dass der ungarische Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Imre Kertész am 31. März, im Alter von 86 Jahren in Budapest nach schwerer Krankheit gestorben ist.
Imre Kertész, am 9. November 1929 in Budapest als einziges Kind jüdischer Eltern geboren, wurde im Sommer 1944 als 14-Jähriger nach Auschwitz deportiert und von dort ins Konzentrationslager Buchenwald verbracht. Nach Kriegsende arbeitete er zunächst als Journalist bei einer Tageszeitung, die jedoch schon nach kurzer Zeit zu einem kommunistischen Parteiorgan umfunktioniert wurde. 1951 erfolgten seine Entlassung aus der Redaktion und seine Einberufung zu einem 2-jährigen Militärdienst. Ab 1953 finanzierte er durch Übersetzungen seine jahrelange Arbeit am «Roman eines Schicksallosen», der sein Opus magnum werden sollte. 1975 wurde der Roman in Ungarn veröffentlicht, gelangte dort aber erst Mitte der achtziger Jahre, in einem liberaleren politischen Klima, zu literarischer Anerkennung. Als Rowohlt Berlin 1992 mit «Kaddisch für ein nicht geborenes Kind» und 1993 mit «Galeerentagebuch» begann, Kertész` Werk zu verlegen, wurde der Autor bald auch international wahrgenommen. Der endgültige Durchbruch gelang 1996 mit dem «Roman eines Schicksallosen».
Im Jahr 2002 erhielt Kertész für sein Gesamtwerk den Nobelpreis für Literatur. Er selbst bezeichnete die Auszeichnung als «Glückskatastrophe», über die er «sich freute», die ihn gleichzeitig aber «ersticken ließ an der falschen Ehrfurcht, der Liebe, dem Hass und der ihm nun zugedachten öffentlichen Rolle», wie er es in «Letzte Einkehr», seinen 2013 publizierten Tagebuchaufzeichnungen aus den Jahren 2001 bis 2009, formulierte.
Wohl bei keinem anderen Schriftsteller sind Werk und Tagebuch so eng verflochten wie bei Imre Kertész. Nach «Galeerentagebuch», der erschütternden Dokumentation seiner 30-jährigen Isolation und geistigen Geheimexistenz im sozialistischen Ungarn zwischen 1961 und 1991, und «Letzte Einkehr» erschien am 10. März 2016 in Ungarn ein Abschlussband der Tagebuchveröffentlichungen. Die deutsche Übersetzung, «Der Betrachter – Aufzeichnungen 1991─ 2001», wird im Herbst dieses Jahres bei Rowohlt herauskommen. Von 2002 bis 2012 lebte Kertész überwiegend in Berlin. Erst 2012 kehrte er, bereits schwer erkrankt, nach Budapest zurück, wo er am 31. März seiner Krankheit erlegen ist. (Mit freundlicher Genehmigung des Rowohlt Verlags)
Wir in der Ungarischen Bibliothek sind auch sehr traurig über Kertész’ Tod.
Mit ihm, mit dem “Roman eines Schicksallosen” fing ich im Jahr 2002 überhaupt erst an, mich für ungarische Literatur näher zu interessieren. Dieses Buch bildet den Grundstock unserer Sammlung, die inzwischen auf über 2100 Exemplare angewachsen ist.
(>> Der vorliegende Text in PDF-Format)

Gudrun Brzoska, Leiterin der Bibliothek am 31. März 2016


Das geheime Fotoalbum der Tante Ilona, mit einer historischen Würdigung von Prof. Zsolt Lengyel, Universität Regensburg
- alle Texte deutsch und ungarisch,
- ca. 96 Seiten, ca. 120 Fotos,
- Preis: 27,00 Euro
erscheint Mitte Mai.
Bei Vorbestellung bis Anfang Mai 20,00 Euro – Vorbestellungen bitte an:
Ehinger Bibliothek Ehingeni Könyvtár
Magyar irodalom német nyelven e.V.
Goethestraße 1 ● D – 89584 Ehingen. ● Tel. 0049 7391 6650 ungarnliteratur-deutsch@web.de / www.ungarische-literatur.eu
>> Flyer in deutscher Sprache in PDF-Format
>> Flyer in ungarischer Sprache in PDF-Format


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György Dalos erhielt am 3. Oktober 2015 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse

Der ungarische Schriftsteller, Publizist und Historiker war einer der Mitbegründer der demokratischen Oppositionsbewegung in Ungarn. Seit mehr als dreißig Jahren nimmt György Dalos auch sehr aktiv am kulturellen Leben in Deutschland teil. Seine literarischen und essayistischen Werke erscheinen seit den 1970er-Jahren im deutschen Sprachraum. 1988/89 gehörte György Dalos zur Redaktion der ostdeutschen Untergrundzeitschrift “Ostkreuz”, nach dem Fall der Mauer wurde er zu einem der wichtigen Protagonisten in der Bundesrepublik. Von 1995 bis 1999 leitete György Dalos das Collegium Hungaricum in Berlin. Dabei war ihm ein besonderes Anliegen, ein differenziertes Bild seines Heimatlandes zu vermitteln. Die Vertrautheit mit drei Kulturen – der ungarischen, der russischen und der deutschen – und sein unbestechlicher Blick auf Geschichte und Gegenwart haben ihn in der Bundesrepublik zu einem herausragenden Vermittler zwischen Ost und West gemacht.


12.07.2015: Krisztina Toth stand mit ihrer im österreichischen Nischen Verlag erschienenen unsentimentalen Kindheitsgeschichte “Aquarium” zusammen mit Übersetzer György Buda auf der Shortlist für den Internationalen Literaturpreis 2015 des Berliner Hauses der Kulturen der Welt. Den Preis erhielt letztlich Amos Oz.


26.05.2015: László Krasznahorkai hat den Man Booker International Prize 2015 erhalten für sein Lebenswerk, welches zum Teil in englischer Sprache vorliegt. (Bedingung für den Preis)
Aus der Begründung der Jury: Krasznahorkais Werke seien voller “tiefgründiger Vorstellungskraft und verwickelten Leidenschaften, in welchen sich die menschliche Komödie auf schmerzvolle Weise der totalen Auflösung nähert”. Der Ungar sei ein “fantasievoller Schriftsteller von außergewöhnlicher Intensität und stimmlicher Bandbreite”, sagte die Autorin Marina Warner, die Vorstand der Jury ist.


28.04.2015: Auf Platz 3 der SWR-Bestenliste: PÉTER ESTERHÁZY – Die Mantel-und-Degen-Version


27.04.2015: Hier ein von Gudrun Brzoska verfasster Bericht in PDF-Format über die Literaturausstellung im April/Mai 2015 zum Thema:

„Ungarn der Ränder“ – Schriftsteller und Schriftstellerinnen im ehemaligen Staatsgebiet des k.u.k. Habsburgerreiches Österreich-Ungarn

Ausstellungsort: Bibliothek und Informationzentrum der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, Vasarely-Raum
(1051 Budapest, Arany János utca 1.)

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04.04.2015: The Man Brooker Prize 2015
László Krasznahorkai auf der Shortlist von 10 ausgewählten Schriftsteller aus aller Welt.
Zehn Autoren aus zehn Ländern sind nominiert
Die finale Liste der Jury für den sechsten Man Booker International Prize steht fest. Der Preis ist mit £60,000 ausgeschrieben und würdigt einen Autor für seine Verdienste im Bereich der fiktionalen Literatur.
Die Autoren kommen aus zehn verschiedenen Ländern, von denen sechs zum ersten Mal auf der Liste vertreten sind. Sie kommen aus Libyen, Mosambik, Guadeloupe, Ungarn, Südafrika und Kongo. Der Anteil von Autoren, die ins Englische übersetzt wurden, ist mit 80% so hoch wie nie zuvor.
Die Liste wurde am 24. März 2015 von Professor Marina Warner auf einer Pressekonferenz an der University of Cape Town, Südafrika, bekannt gegeben.
Der Preis wird alle zwei Jahre an einen lebenden Autor vergeben, dessen Werk in englischer Sprache vorliegt.
Der Gewinner des Preises in diesem Jahr wird im Victoria und Albert Museum in London, am 19. Mai 2015, bekannt gegeben.
Der Man Booker International Preis wie auch der Man Booker Preis, werden von der Man Group gefördert. Sie unterscheiden sich dadurch, dass die Jury des Man Booker International Preis nicht nur einen einzelnen Roman, sondern das gesamte fiktionale Werk eines Autors betrachtet. Beide Preise streben danach die besten Werke der modernen Literatur zu würdigen.

Über László Krasznahorkai:
László Krasznahorkai wurde 1954 geboren und gewann große Anerkennung im Jahr 1985, als er Sátántangó veröffentlichte. Der Roman wurde später für das Kino in Zusammenarbeit mit dem Filmemacher Bela Tarr angepasst. Im Jahr 1993 erhielt er den deutschen Bestenliste Preis für das beste literarische Werk des Jahres für die Melancholie des Widerstands und ist seitdem mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet worden, darunter die höchste Auszeichnung des ungarischen Staates, den Kossuth-Preis.
Krasznahorkai und sein Übersetzer George Szirtes wurden im Jahr 2013 mit dem Independent Foreign Fiction Prize für und für die beste Übersetzung mit dem Book Award in den USA ausgezeichnet, 2013 für Satanstango und 2014 für Seiobo auf Erden.


 

03.03.2015: “Drei arbeitsintensive Wochen in der Ehinger Bibliothek”: Zum dritten Mal hatte die Ehinger Bibliothek Stipendiaten eingeladen, ihre Einrichtungen für Master- bzw. Doktorarbeiten zu nutzen. Lesen Sie hier einen ausführlichen Bericht>>


11.12.2014: Das Buch von György Dalos: “Geschichte der Russlanddeutschen. Von Katharina der Großen bis zur Gegenwart” zählt lt. dem Kulturmagazin perlentaucher.de zu den besten Büchern im Dezember 2014:

György Dalos erzählt die Geschichte der Russlanddeutschen und ihrer Beziehung zu Russland wie eine Ehegeschichte, meint FAZ-Rezensentin Kerstin Holm. Alles fing wunderbar an und ging dann langsam, vor allem im 20. Jahrhundert, zu Bruch. Im 20. Jahrhundert liegt auch der Schwerpunkt des Buches, das mit Katharina der Großen beginnt. Im Deutschlandfunk lobt Gemma Pörzgen das Buch als lebhaft geschriebene Geschichte, mit vielen zum Teil neu entdeckten Quellen und “prägnanten Thesen”. Vor allem den Epilog unterstützen Holm und Görzgen aus ganzem Herzen: Hier ermutigt Dalos die nach Deutschland ausgewanderten Russlanddeutschen, ihr russisches Erbe nicht als Last, sondern als Bereicherung anzusehen. Um Dalos zu zitieren: “Das Russische ist ihnen ein Kapital, das mittel- und langfristig bei der Annäherung zwischen Deutschland und Russland sehr nützlich sein kann.”


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